Haltung
bereits beschrieben - wir möchten hier mehr auf die Haltung generell, wie folgt, eingehen.
Idealer Platz wäre ein eigener Raum/ungenutzter Abstellraum mit Fenster (mit 1,9cm verzinktem Gitter versehen), da Chinchillas recht viel stauben - weniger die Chinchillas selbst, als die Käfigeinstreu und der Sand. Der Raum sollte hell und freundlich sein, idealerweise im Sommer dennnoch kühl bleiben (oder mit einer Klimaanlage gekühlt werden) und im Winter im Notfall beheizbar sein.
Der Käfigstandort sollte so gewählt werden, dass den Käfig keine Zugluft durchströmen kann, da
Chinchillas durch Zugluft leicht erkranken. Dennnoch darf auf regelmäßiges Lüfen nicht verzichtet
werden da Chinchillas, wie alle Lebewesen, Frischluft benötigen.
Auch Tageslich ist wichtig, obwohl Chinchillas unter tags schlafen, der Käfig sollte so stehen, dass
Tageslich einfällt, aber den Käfig nicht direkt ausleuchtet und im Sommer nicht überhitzt.
Bis nicht vor allzulanger Zeit war es schier unmöglich geeignete Chinchillakäfige im Handel käuflich
zu erwerben. Mittlerweile werden über das Internet ansehnliche Käfige zu guten Preisen angeboten.
Augenmerk ist stets darauf zu haben, dass die Käfige nicht nur uns, den Haltern, gefallen sollen,
sondern hauptsächlich für die Chinchillahaltung tauglich, ausbruchsicher und adäquat sein müssen.
Die Käfigmaße für ein Chinchillapärchen sind laut österreichischem Tierschutzgesetzt wie folgt:
Bodenfläche 1 m², Höhe 1 m - Beispiel: Bodenfläche 120 cm x 80 cm = 1 m²
Soll der Käfig bis an die Zimmerdecke reichen, ist zu beachten, dass Trennböden mit Schlupflöchern eingebaut werden, damit keines der Tiere vom obersten Haus/Brett/etc. bis ganz nach unten stürzen kann.
Folge wären Knochenbrüche, Genickbruch, Tod des Tieres!
Aussenhaltung in unseren Breitengraden ist nicht zu befürworten und entspricht auch nicht dem
österreichischen Tierschutzgesetz! Wer seine Tiere vor Eindringlingen aus der Natur schützen will,
der hält seine Chinchilla im Haus. Mäuse, Marder, Iltisse etc. können in jedes Gehege eindringen,
die Chinchillas töten oder einfach "nur" Bakterien, Viren und Parasiten einschleppen, welche für die
Gesundheit der Chinchillas absolut nicht zuträglich sind! Abgesehen davon sind die Temperaturen,
sei es Winter oder Sommer und die Niederschläge für die Gesundheit der Chinchillas nicht förderlich!
In einen Chinchillakäfig gehören, Sitzbretter, Schlafhäuser, Sitzast (Birne, Apfel, Haselnuß, Weide), Sandwanne mit Chinchillabadesand, Futternapf, Heuraufe, Wasserstelle (Flasche von aussen montiert).
Weitere Einrichtungsgegenstände wie z.B. Korröhren, Weinlagersteine, Holztunnel nach eigenem Ermessen!
Ungeeignet sind Teppichrollen (Verstopfung oder Durchfall), Holzwippe (erdrücken eines anderen Tieres, Knochenbrüche etc), Hängematten aus Stoff (Darm kann sich daran auffädeln). Manch einer mag sagen "meine haben das aber immer schon" - schön für die Leute, aber wer seine Tiere nicht unnötig gefährden
will, lässt es lieber bleiben!
Die Haltung - das Zusammenleben
Je nachdem woher man seine Chinchillas hat, sind diese schon zutraulich oder fürchten sich extrem vor
dem Menschen. Zooladentiere sind meist durch ihre lieblose Vergangenheit sehr verschreckt und nur mit
sehr viel Geduld an den Menschen zu gewöhnen (manchmal gelingt es auch garnicht) - leichter hat man es
mit Tiere aus einer kleinen bis mittleren Zucht, in welcher der Züchter ausreichend Zeit für die Bedürftnisse
jedes einzelnen Chinchillas aufbringt. Beachten Sie beim Kauf wie der Züchter mit seinen Tieren umgeht,
wie er sie aus dem Käfig nimmt und wie er sie hält, daraus können Rückschlüsse auf die Sorgsamkeit im
Umgang mit den Tieren gezogen werden und zeitgleich gelernt werden wie ein Chinchilla aus dem Käfig
genommen, gehalten und getragen wird.
Sind die Chinchillas einmal in einen Haushalt eingezogen, wird der Halter recht schnell bemerken, wie
neugierig Chinchillas sind. Chinchillas merken sich flugs wer ihr ständiger Betreuer ist und es ist keine
Seltenheit, dass Chinchillas sich bei Besuchern anders verhalten - zurückgezogen und ängstlich sind.
Der Käfig muss wöchentlich einer kompletten Grundreinigung unterzogen werden, ebenso das Sandbad.
Täglich sind die Sitzbretter zu reinigen, die mit Urin kontaminierten Einstreustellen zu säubern, auf den Käfigboden gefallenes Heu zu entsorgen, Fütterung und Wasserflasche zu überprüfen.
Der Auslauf
Der Auslauf ist das Highlight des Tages für Chinchillas - aber achtung - Chinchillas nagen absolut alles an,
ebenso leider auch Stromkabel! Der Auslauf sollte nie ohne Beaufsichtigung erfolgen, einmal kurz abgelenkt kann schon ein tödliches Malheur passiert sein!
Wenig begünstigend für Möbel, Tapeten, Schuhe etc. sind die scharfen Chinchillazähne!
Die Fütterung
Hauptnahrung für Chinchillas ist Heu!
Kraftfutter besteht aus adäquten Chinchillapellets (keine Kaninchen-, Meerschweinchenpellets, da deren Zusammensetzung nicht chinchillagerecht ist - keine Buntfuttermischungen, keine Knabberstangen, kein Salat, keine Gurken - generell kein Grünfütter)
Zur Abdeckung des Flüssigkeitsbedarfs Wasser aus einer Trinkflasche für Nagetiere!
Leckerchen sind absolut kein Muss - wenn der Halter unbedingt Leckerchen geben möchte dann
entweder kleines Stück getrockneter Apfel, hie und da wenn die Chinchillas es vertragen ein Daumennagel großes Stück frischer Apfel, getrocknetes Mariendieselkraut, getrocknete Hafebutte (ganz oder nur Schale, die Kerne werden von Chinchillas nicht gefressen) - wichtig ist nur, entweder dies oder dies, nicht ein Gemisch von allem täglich!
Die Fütterungzeit ist ideal unmittelbar nach dem Auslauf im Zimmer, gewöhnt man seine Chinchillas daran, dass sie nach dem Auslauf ihr Futter bekommen, gehen sie gerne freiwillig in ihren Käfig zurück!
Das liegt nicht an Intelligenz, sondern eher an der Verfressenheit der Chinchillas.